globalklang

Jyotsna Srikanth

Mi 05. 12. 2018
20:30

Meisterin karnatischer Geige (Süd-Indien)

Aufgewachsen ist Jyotsna Srikanth im südindischen Bangalore. Sie begann ihre musikalische Ausbildung mit vier Jahren unter der Aufsicht ihrer Mutter Rathna Srikantaiah. Sie sagt über diese Zeit: »Während des traditionellen Musikfestivals im Frühjahr sorgte meine Mutter dafür, daß ich mindestens 25 Konzerte besuchte. Dann übte ich während der Ferien 5 bis 6 Stunden pro Tag, damit ich bis zum September die Kompositionen auswendig gelernt hatte.« Neben ihrer musikalischen Ausbildung auf der siebensaitigen indischen Violine unter Vidwan Shri Keshavamurthy hat sie auch ein Studium der Medizin absolviert und als Doktor der Pathologie abgeschlossen. Die karnatische Musik aus dem Süden besteht überwiegend aus durchkomponierten Arrangements und dient der Vermittlung von Melodie, Melismatik, Rhythmus und Ausdruck. Sie ist immer für eine Gesangstimme geschrieben, selbst wenn sie nur instrumental gespielt wird. Die ältesten Zeugnisse dieser Musik finden sich aus dem 7. Jh. n. Chr., sind in Stein gehauen und mit Noten versehen, während die Geschichte der Geige in Indien erst auf das 19. Jh. zurückgeht, als sie in die höfische Musik eingeführt wurde. Aufgrund der Diskriminierung von Frauen in Indien hat sich Jyotsna Srikanth früh entschieden das europäische Instrument Violine zu erforschen, in die indische Tradition zu übernehmen und die Techniken und ästhetische Nuancen beider Musiktraditionen zu verbinden. Sie kann auf eine lange Karriere als Geigerin zurückblicken, die mit ihrem frei fließenden, oft hypnotisierenden Stil eine eigene Klangsprache gefunden hat. Sie hat ausgiebig in Südindien gespielt und begann ihre Karriere zunächst in der Bollywood mit über dreihundert südindischen Kino-Soundtracks, die sie eingespielt hat. Sie war auf den wichtigsten Bühnen in UK zu hören wie in der Royal Albert Hall, Southbank, Kings Place, Brighton Dome Theatre und Edinburgh’s Queen’s Hall. Sie hat sich weltweit einen Namen als vielseitige Geigerin auch mit ihren Jazz-Fusion-Arbeiten gemacht. Sie hält auch regelmäßig Vorlesungen über südindische Musik an der SOAS University of London. In Indien und in Europa hat sie zahlreiche CDs eingespielt.

Im Klangkosmos wird sie klassische karnatische Rezitals in Begleitung des jungen, talentierten Perkussionisten Abhiram Sahathevan auf der zweifelligen Doppelkonustrommel präsentieren.

Abhiram besitzt ein Postgraduate Diplom und einen Master in Mridangam. Er hat sich als einer der beliebtesten und faszinierendsten Mridangisten unter den klassischen Tänzern und Musikern etabliert. Er hat viele bedeutende karnatische Musiker und Tänzer aus Sri Lanka und Indien begleitet und in zahlreichen Konzerten und Fusion Bands gespielt. Er hat einen sehr anpassungsfähigen und antizipativen Stil, was erklärt, warum er die meisten der führenden indischen Musiker begleitet hat. Darüber hinaus spielt er auch eine Vielzahl von östlichen und westlichen Perkussionsinstrumenten und hat in vielen Musikkonzerten und Orchestern in Großbritannien, Europa und Malaysia gespielt. Abhiram wurde von Late Padmashri Adyar K. Lakshman als besten Mridangam-Spieler des Tanzmusikfestivals Bharatiya Vidya Bhavan in Chennai mit dem Titel ›Kalalayratnapooshan‹ ausgezeichnet.

www.indianviolin.eu