Jazz und Weltmusik im Hofgarten

Sa 08. 08. 2020
15:00
Umsonst & Draußen

Trio Benares

Seit vielen Jahrzehnten gibt es eine starke Anziehungskraft zwischen indischer klassischer Musik und Jazz, ist doch die Improvisation zentraler Bestandteil beider Musikrichtungen.
Gegründet in 2014 setzt das Trio Benares diese geschichtsträchtige Tradition von Begegnungen fort.

Als Teil einer seit sieben Generationen bestehenden Musikerfamilie hat sich Deobrat Mishra mittlerweile einen prominenten Platz als Sitarspieler unter den Musikern seiner Generation erspielt. Mit seinem 22-jährigen Neffen Prashant Mishra, einem „Rising Star“ der indischen Tablaszene, bildet
Deobrat Mishra eine perfekt eingespielte Symbiose. Roger Hanschel, ein Meister seines Instruments und sicherlich einer der extravagantesten Saxophonisten der zeitgenössischen Musik trifft mit seinem warmen Klang und Facettenreichtum auf den sinnlichen und brillianten Sound der Sitar, seine rhythmische Finesse erfährt in der Virtuosität von Prashant Mishras Tablaspiel. seine Entsprechung. Das Trio Benares bildet eine perfekte Einheit.

Es ist, als ob die Drei nur aufeinander gewartet haben.

Umsonst & Draußen

AMALAYA

Ojalá que llueva café en campo! Hoffentlich wird es Kaffee aus den Feldern regnen! Ojalá las hojas no te toquen el cuerpo cuando caigan. Hoffentlich berühren die Blätter nicht deinen Körper, wenn sie fallen. Ob Juan Luis Guerra oder Silvio Rodriguez - immer schon wurde Wünschen und Hoffnungen musikalisch Ausdruck verliehen. Das spanischsprachige Ojalá soll auf das arabischsprachige Inschallah, so Gott will, zurückgehen. Die indigene Sprache Südamerikas Quechua hat ein eigenes Wort für diesen Ausdruck: Amalaya. Interessant hier wiederum das Wort Amal aus dem Arabischen, das Hoffnung bedeutet. Solche und andere kulturelle Überschneidungen, Entwicklungen und Zufälle hat sich das Leipziger Ensemble zur Freude, Hoffnung und Herausforderung gemacht.

Der Argentinier Leandro Salvatierra an der Flamenco-Gitarre, der Ronroco, einer kleinen Gitarre aus dem Süden Lateinamerikas, sowie an der türkischen Langhalslaute, Baglama, ist der musikalische Leiter der Gruppe. Nach seiner Heimatstadt im Norden Argentiniens, Tucumán, aus der auch Mercedes Sosa kommt, haben ihn musikalisch besonders seine Jahre in Andalusien geprägt, in denen er sich intensiv mit dem Flamenco beschäftigt hat. In Deutschland machte er Bekanntschaft mit dem Dresdener Tangopianist Fabian Klentzke, der im Kontext Amalayas Akkordeon spielt sowie das Chalumeau, einen Vorläufer der Klarinette. Er beruft sich auf Piazolla und andere Musiktraditionen Lateinamerikas und tritt in vielzähligen Ensembles auf. Der mehrsprachige Hallenser Sänger Antonio Morejón Caraballo widmet sich seit einigen Jahren den Liedtraditionen des spanisch-, arabisch- und sephardischsprachigen Mittelmeerraumes und Lateinamerikas und passt mit seiner gefühlvollen Stimme, die er oft durch eine indische Schruti-Box begleitet, perfekt in das Ensemble. Die Berliner Sängerin Luise Rauer beschäftigt sich wissenschaftlich wie musikalisch mit dem kulturellen Erbe von Al-Andalus bis hin zu zeitgenössischer arabischsprachiger Musik. Neben Gesang und Moderation ist sie für das Konzept sowie die Texte und Collagen verantwortlich. Basel Alkatrib aus Syrien an der Oud rundet das Leipziger Ensemble ab. Er ist studierter Musikpädagoge und Musiker und hat sich in der sächsischen Musikszene als Oud-Spieler bereits einen Namen gemacht.

Wenn sich bei Amalaya Argentinien, Deutschland und Syrien treffen, wird der gesamte Mittelmeerraum besungen, verbinden sich lateinamerikanische Rhythmen und arabische Texte auf elegante Art und Weise, wird mal Land, mal Stadt, mal zeitgenössisch, mal traditionell nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht, mal andächtig harmonisiert, mal tanzbar gemacht.

in Kooperation mit dem Eine Welt Forum Düsseldorf